» 2007 » MaiWIR HABEN BEZAHLT! - Für günstige, legale und DRM-freie Musik.

Mai 2007


Vivendi Universal hat 2 Milliarden für BMG über

…denn für den Betrag hat sich der Major nun zum größten Label weltweit fusioniert. Auflagen gab es durch die EU, trotzdem ist von dem Deal nichts gutes zu erwarten. Mit einer Reihe von Künstlern muss der Übermajor die Verträge kündigen, da er sonst in einigen Ländern mehr als 50% der Charthits vertreiben und damit den Markt kontrollieren könne.

Die Sorge vor den Preisdiktaten scheint nicht unbegründet. Die Macht der Labels in Bezug auf die Preisgestaltung sei durch die Verlagerung des Verkaufs ins Internet immmer höher geworden. Mit dem großen Marktanteil könnte Universal die Preise für Onlineshops diktieren.

Mehr bei der Times. Wir werdens ja erleben.

Trent Reznor, NIN: Musik ist viel zu teuer!

„Während die Stimmung bei den Labels immer verzweifelter wird, ist ihre Antwort auf die meist selbst zugefügten Wunden offenbar, den Käufer noch mehr über den Tisch zu ziehen. Einige Beispiele, die schnell in den Sinn kommen:

– Der absurde Verkaufspreis von „Year Zero“ in Australien. Schämt euch, UMG. Year Zero wird für 34.99 Australische Dollar ($29.10 US) verkauft. Kein Wunder, dass Leute musik stehlen. Avril Lavignes CD kostete im selben Laden 21.99 ($18.21 US).
Nebenbei, als ich einen Label-Verantwortlichen darüber befragte, war seine Antwort:

„Das ist, weil wir wissen, dass du eine echte Fanschar hast, die alles zahlt, was verlangt wird, wenn du was rausbringst – Echte Fans, weisst du. Den Popkram müssen wir billiger abgeben, damit die Leute ihn kaufen.“

Ich nehme also an, dass man als Belohnung fürs Fansein abgezockt wird.“

Trent Reznor, Nine Inch Nails. Hervorhebung ist von mir. Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen.

eMusic-Chef: Musik ist viel zu teuer!

David Pakman ist Chef von eMusic, einer der größten Musikshops für Indie-Labels im Netz. Und in einem Blogeintrag nimmt er Stellung zu einzelnen Vorwürfen, eMusic würde Musik zu billig anbieten. Mit 125 Millionen verkaufter Tracks in den letzten drei Jahren liege man nur noch hinter iTunes, so Pakman, das liege an den niedrigen Preisen von eMusic, aber käme auch den Musikern zugute, die unter dem Strich mehr verdienen. Englischer Volltext ist hier, einige bemerkenswerte Passagen auf Deutsch:

2000, als die CD-Verkäufe zu fallen begannen, reagierte die Industrie mit Preiserhöhungen – bis zu 18 Dollar für eine CD! Unglücklicherweise war das keine gute Strategie und die Verkäufe sanken dramatisch weiter – um über 20% allein in diesem Jahr. Denkt zurück an die RIAA/Ipsos-Daten über die seit 2000 30% weniger Kunden, die Musik kaufen… könnten diese beiden Statistiken zusammenhängen?

Musik ist ein elastisches Gut, und wir haben gesehen, dass Preiserhöhungen nicht zu gleichbleibenden Einkünften führen und letztendlich nur den Verkauf bremsten … eMusic macht ein großartiges Geschäft mit seinen Kunden: hier kriegen sie einen besseren Preis als bei iTunes, und wir arbeiten hart daran, ihnen das Auffinden guter Musik zu erleichtern. Im Gegenzug gibst du mehr Geld für Musik aus, als du es normalerweise tun würdest. Und hier das Ergebnis: der durchschnittliche User gibt bei iTunes im Jahr um die 12 Dollar aus, im Gegensatz zum durchschnittlichen eMusic-Kunden, der im Jahr 168 Dollar bei uns ausgibt.

Word, David.

CD-Verkäufer sind Kriminelle

…oder werden zumindest in Florida so behandelt. Dort trat ein Gesetz in Kraft, welches beim Verkauf von CDs in einem Second-Hand-Shop die Abgabe eines Fingerabdrucks und einer Ausweiskopie vorschreibt. Begründung: der Handel mit gestohlenen CDs. Darüber hinaus dürfen die Händler kein Geld mehr bezahlen, sondern allenfalls Gutschriften für CDs ausgeben. Eingekaufte CDs dürfen erst nach einer Sperrfrist von 30 Tagen wieder verkauft werden.
In anderen Staaten springt man auf den Zug auf – und natürlich stellt sich die Frage, wie solche Gesetze zustande kommen. Praktisch alle Güter, die per Second Hand verkauft werden, könnten geklaut sein, wie kommts zur Sonderbehandlung der CDs?
Die üblichen Verdächtigen werden verdächtigt, da mal wieder Lobbyarbeit betrieben zu haben. Und wenn dem so ist, dann haben sie einmal mehr nicht kapiert, was Kunden wollen. Denn statt beim Onlineshop die Vorteile der CD abzubilden – DRM-frei, kopierbar, weiterverkaufbar – wird hier offenbar versucht, den CDs das restriktive System unbeliebter Musikshops mit kundenfeindlichen Techniken aufzupfropfen. Herzlichen Glückwunsch, da waren ein paar Köpfe mal wieder geradezu leuchtend hell.

Zu früh gefreut

…es wäre ja auch verwunderlich gewesen, wenn es mit den guten Neuigkeiten vom Schlage Nine Inch Nails oder DRM-freier Musik der EMI weitergegangen wäre. Pandora, ein feiner Dienst zum Auffinden von Musik, sperrt die Nicht-US-User aus. Nicht freiwillig, wohlgemerkt, sondern weil man für andere Länder noch kaum Lizenzen zum Streamen erhalten konnte. Neben den USA sind entsprechende Verträge nur in Kanada und Großbritannien abgeschlossen worden, dort soll der Dienst bald wieder verfügbar sein.
Einmal mehr wird damit ein hervorragendes Tool zum Gewinnen neuer Kunden, die mit Pandora leicht und schnell Musik finden können, von den Labels nicht gefördert, sondern behindert. Wie schieße ich mir am besten ins eigene Bein? Es ist erstaunlich, wie viel Antworten auf diese Frage die Labels noch finden.

(Kurzer Nachtrag: mir gruselt davor, dass ähnliches mit last.fm passieren könnte.)

Wu Tang Corp. mit 215 freien Downloads

Zunächst mal ein Sorry wegen längerer postingfreier Zeit – schade eigentlich, denn vieles hat sich seit Start unserer Aktion zum Besseren verändert. Und auch die 215 Tracks, die es bei der Wu Tang Corp. für lau gibt, sind eigentlich schon vor zwei Tagen durch die Blogs gewandert. Aber sowas kann man ja auch noch nach zwei Tagen klasse finden.

In Zukunft wieder ein wenig mehr 😉