Ihr werdet verlieren!

Also stellt euch auf die kostenlose Konkurrenz ein!

Ihr behauptet, Internetpiraterie “kann und muss gestoppt werden”, und eure Angebote könnten nur schwer mit “kostenlosen Angeboten” konkurrieren. Aber genau das werdet ihr tun müssen. Je länger ihr euch darauf nicht einstellt, desto mehr Kunden laufen euch weg.
Ihr wollt die technische Entwicklung nicht bremsen, sagt ihr. Das könnt ihr auch nicht, und die technische Entwicklung wird dazu führen, dass in wenigen Jahren jeder terabytegroße Musikbibliotheken mit sich herumtragen und weitergeben kann. Sie wird dazu führen, dass im Netz noch schneller und einfacher getauscht werden kann. Stellt euch darauf ein und macht Angebote, die besser sind.
Wir werden alles kopieren können, wenn wir wollen. Ihr werdet keinen Kopierschutz für Kopfhörer erfinden.

Ein wenig Hintergrund:

Speichermedien werden größer, Leitungen schneller. Das ist seit Jahren der Fall und wird in Zukunft nicht anders. Diese Entwicklung ist nicht aufzuhalten. Versucht einfach, die folgenden Frage zu beantworten:

  • Was wollt ihr tun, wenn jeder tausend Alben auf dem Handy oder dem mp3-Player speichern und kopieren kann?
  • Was könnt ihr gegen private Online-Tauschbörsen machen, in die sich Freunde und Bekannte gegenseitig einladen?
  • An einer schwedischen Uni wird eine Software entwickelt, mittels der PDAs Informationen über gespeicherte Musik austauschen und passend zum Musikgeschmack von anderen PDAs passende Tracks laden. Intelligente Tauschpartys im Freundeskreis: Wächst bei euch ein Kraut dagegen?
  • Tausch per Bluetooth auf dem Schulhof, oder die Top100-Alben auf einer DVD: Wollt ihr Schultaschen filzen lassen?

Dass Musik kostenlos oder nahezu kostenlos getauscht und verbreitet wird, ist nicht zu verhindern. Im Gegenteil wird es immer einfacher. Und bevor man eine ausreichend starke Kontrolle über die Songs und ihre Kopien ausüben könnte, müßte man das Grundgesetz außer Kraft setzen. Darin sind elementare Rechte wie die Unverletzlichkeit der Wohnung oder der Schutz der Menschenwürde verankert. Der Inhalt unserer Festplatten und Schultaschen geht euch nichts an.