Musik ist viel zu teuer!

Wir müssen die Preise drastisch senken, nicht nur um 10 oder 20 Cent.
Michael Huchthausen, Vizepräsident des Gesamtverbands deutscher Musikfachgeschäfte

Seit Jahren klagt die Musikindustrie über sinkende Umsätze, kriminelle Kopierer und ausbleibende Kundschaft. Mit immer höheren Abgaben und immer schärferen Gesetzen geht sie gegen uns vor und wundert sich anschließend, dass die Kassen nicht klingeln. Es reicht jetzt!

Das muss sich ändern:

  • Online Musik muss billiger werden!

    Ein Album kostet online soviel wie eine CD im Laden, für das gleiche Geld kriegt man ein schlechteres Produkt. Keine Preissenkung, keine Käufer.
  • Digitale Musik muss überall laufen!

    Wir wollen, dass jeder Song aus jedem Shop in jedem Player und auf jedem Rechner läuft. Das notwendige Format existiert bereits und heißt mp3.
  • Kopierschutz muss abgeschafft werden!

    Beendet die Kundenkriminalisierung. Kopierer sind Käufer, Kopien sind Werbung.

News:

Protestsongs, die nächste

Meine Bitte um Protest-Industrial wurde nicht erfüllt, die widerständige Mucke ist doch immer noch recht Rap/Hiphop-lastig. Die Messages lassen sich damit aber recht gut kicken, und an „Fuck the MPAA“ gibts wenig zu deuten, auch wenns an sich gegen die Filmindustrie geht. „I don’t trust trusted Computing“ und die nicht nur rhetorische Frage „You wanna lock down the web and throw away the key?“ hört man von den Futuristic Sex Robotz, die ihr komplettes Album frei ins Netz gestellt haben. Das Video zum Song gibts bei Youtube, da kann man den Text auch fein mitlesen, nur muss man dazu 18 sein. Bzw. bei YouTube angemeldet.

Eine Lösung wie die hier, bitte!

Charts DRM-frei auf der Platte ab 3 Euro im Monat, und wenns gefällt, kann man das Album bei Amazon kaufen. Die musikalische Grundversorgung zum Taschengeldpreis bietet Flatster an, leicht bedienbare Software, günstige Preise, aktuelle Musik, und das alles frei von DRM: die aufgenommenen mp3-Files lassen sich überall und beliebig lange abspielen.

Flatster Musik zum fairen PreisFlatster nimmt die gewünschten Songs analog wie zu lang vergangenen Cassettenzeiten auf, Quellen sind die unzähligen Webradios im Netz. Gewünschte Songs laufen zwar fast immer auf einem der zahlreichen Sender – nur wann und wo, blieb dem Fan vor Flatster meist verborgen. Gelöst wird das Problem auf elegante Weise: der User stellt sich nur noch die Liste seiner Wunschmusik zusammen, das Programm sucht anschließend selbständig nach den Sendern, auf denen die gewünschten Songs laufen und nimmt sie auf. Dank ausgeklügelter Technik fallen die häufigen Probleme der Webradioaufnahme – fehlender Anfang, eingeblendete Moderation – weg. Per Soundkartenemulation wird der normale Rechner- und Soundbetrieb trotz laufender Aufnahmen nicht gestört.

Mit derart günstigen Konkurrenzangeboten wird sich die Industrie heute wie in Zukunft endlich arrangieren müssen. Denn eine rechtliche Handhabe gegen die gute alte Radioaufnahme gibt es nicht.

Und bevor wir zu optimistisch werden…

…der Wahnsinn geht weiter. Zwar braucht kein Mensch die bereits bestehenden DRM-Systeme und ist allein schon ihre Vielzahl eine Zumutung für Kunden, die vor dem Onlineshopping erst einmal nachschlagen müssen, was wo läuft. Den Gang zur Tauschbörse macht Rhapsody nun nochmals attraktiver, mit Rhapsody DNA stellen sie ihr eigenes DRM-System für ihren, haha, ersten mp3-Player vor.

Nun wird Rhapsody DNA bestimmt auf eine völlig neue, revolutionäre Art und Weise das beliebige Verwenden geladener Songs unmöglich machen, die sich von anderen Restriktionssystemen irgendwie unterscheidet. Das Ergebnis ist dasselbe: ein System und geshoppte Tracks, mit dem der Eigentümer nicht machen kann, was er will.

In Deutschland startet grade die Popkomm, und dort zeigt sich die Branche verhalten optimistisch, was das Onlinegeschäft angeht. Warum? Immer mehr Downloadshops gehen an den Start, der Onlinemarkt wächst, und die Branche stehe der Entwicklung im Netz positiv gegenüber. Warum? Weil die Shops die Rechte der Künstler wahren minderwertige Files verkaufen. „Das funktioniert über eine Programmierung der Audio-Dateien, die die Nutzung der Kunden einschränkt“, holperts beim ZDF. Die „Nutzung von Kunden“ schränkt das in der Tat ein, denn Kunden, die keine minderwertige Ware wollen, kann man als Anbieter von DRM-Mucke in der Tat schlecht nutzen.

Bis 2010 soll alles wieder viel schöner und besser sein im Musikbusiness. Das sind noch vier Jahre zum Lernen, was in den acht Jahren seit Napster nicht gelernt wurde.

Kleine Schritte in die richtige Richtung

Über kleine Schritte soll man sich freuen, und wenn ein Mainstream-Album endlich als mp3 zum Kauf angeboten wird- ja, dann freut mich das. Und wenn Hollywood Records (gehört Disney) ein komplettes Album als mp3 zum Verkauf anbietet – Jesse McCartneys „Right Where You Want Me“, dann geht das sicher in die richtige Richtung.

Nun schreibt aber Ken Bunt von Hollywood Records, dass das ein Experiment und überhaupt alles eine Sache von „Realismus“ sei. „Jesses Single ist schon draußen, obwohl wir sie nicht veröffentlicht haben. Aber Piraterie findet statt, egal, was wir tun. Deshalb schauen wir jetzt, wie sich das Album (als mp3) verkauft und entscheiden uns dann, wie wir mit anderen weitermachen.“

Nun, das Album wird natürlich kopiert werden, wie jedes andere auch, ob als mp3 verkauft oder nicht. Wirbel um die Aktion wirds im Netz geben, es gibt ja sonst herzlich wenig Gelegenheit, über die Lernfähigkeit der Majors zu schreiben. Von daher wird das Ergebnis vermutlich keinerlei Aussagekraft haben.

Daher einfach mal gefragt: was gibts da zu entscheiden und weiterzusehen?

P.S. Danke an die Prereleaser. Ihr habt nen feinen Denkvorgang angestoßen.

Wir haben bezahlt – der freie Sampler

Mit 17 Tracks auf dem „Wir haben bezahlt“ – Sampler können sich Musikfans einen EIndruck von der Vielfalt freier und fairer Musik im Netz machen. DRM-frei und kostenlos geht die musikalische Reise vom musikalischen Netzaktivismus wie Nobody feat. Flattys „Der faire Klick“, Weird Al Yankovics „Don’t download this song“ und dem entgegengesetzten Titel mit derselben Botschaft – „Download this song“ von MC Lars hin zu weniger bekannten Perlen der Netzkultur wie der Lo-Fi-Gruppe Bodenstaendig 2000.

Wir haben bezahlt Sampler CD-CoverIndependent-Künstler wie We Are Scientists haben bewiesen, dass Popularität im Netz und freie Downloads den Durchbruch bringen können, die Smashing Pumpkins veröffentlichten ein komplettes Album im Netz, nachdem ihr Label nicht an den kommerziellen Erfolg ihrer letzten Platte glaubte. Und auch in Deutschland zeigen Bands wie Tomte und Kettcar wenig Berührungsängste vor dem Netz und stellten mp3-Downloads zur freien Verfügung.

Tracklist und Download:

Tracklist und Download:

01) Nobody feat. Flatty – Der faire KlickHomepage
02) Kaiser Chiefs – I predict a riotHomepage
03) MC Lars – Download this songHomepage
04) Rainbirds – Shoot from the hipHomepage
05) Al Yankovic – Don’t download this songHomepage
06) Tomte – Schreit den Namen meiner MutterHomepage
07) Kettcar – Genauer betrachtetHomepage
08) Death cab for cutie – The sound of settlingHomepage
09) Junkie XL – TodayHomepage
10) The White Stripes – JoleneHomepage
11) We Are Scientists – InactionHomepage
12) Bodenstaendig 2000 – SensibelchensHomepage
13) The Smashing Pumpkins – HomeHomepage
14) Tortoise – Madison AreaHomepage
15) Gem – The subterranean paradeHomepage
16) The Gathering – AloneHomepage
17) Genosse Brenner & die Raubkopierer – MusikpiratenHomepage

CD-Cover (300dpi)
Playlist (.m3u)

Instrumentalversion von Der faire Klick ist online

Ich gestehe: Hip Hop war noch nie so richtig mein Ding. Deshalb freue ich mich persönlich über die Instrumentalversion des Protestsongs „Der faire Klick“. Trotzdem frage ich mich wirklich, wer Nobody ist. Die Stimme kommt mir sehr bekannt vor, aber ich komme einfach nicht auf den Namen.

Beide Songs – mit und ohne Gesang – gibt es kostenlos und natürlich ohne irgendwelchen Kopierschmutz auf www.derfaireklick.de

Der faire Klick – Protestsong, die zweite

Auch deutschsprachig wird musikalisch protestiert: im Hiphop-Track „Der Faire Klick“ werden fehlende faire Angebote von Online-Musik und die allgegenwärtige Kundenkriminalisierung kritisiert. Der freie mp3-Track von ‚NoBody feat. Flatty‘ kann unter www.der-faire-klick.de heruntergeladen werden – natürlich ohne Kopierschutz. Nach Weird Al Yankovics „Dont download this Song“ fehlt jetzt langsam nur noch ein vernünftger Industrial-Protestsong.

Für die Zukunft kündigt der Track „faire Klicks“ an. Ein wenig konkreter wird demnächst gulli.com, dort konnten einige Leute ein Softwareprojekt betatesten, das mit dem Track zu tun hat.

Auf wirhabenbezahlt.de möchten wir in näherer Zukunft einen Downloadsampler zum Thema faire Musikangebote im Netz zusammenstellen. Über Vorschläge für freie, feine Tracks und Songs mit der einschlägigen Message freuen wir uns.

Kopierschutz entmündigt

Anläßlich der heute startenden IFA in Berlin hat der CCC eine feine Aktion gestartet.

Kopierschutz entmündigt

Das tut er in der Tat, und mehr als das.  Die Gründe sind zum Glück leichter zu begreifen als die hanebüchene „Wir brauchen den Kopierschutz aber“ – Argumentation der Rechteinhaber. Kurz gefasst:

1) Man verliert die Kontrolle über das eigene System
2) Man verliert lang innegehabte Verbraucherrechte wie das zum Weiterverkauf von Waren
3) Die Privatsphäre wird gefährdet, der Datensammelei Tür und Tor geöffnet
4) Mit DRM werden Infrastrukturen zur Zensur angelegt und
5) DRM kostet Geld, das der Käufer bezahlt und das die Künstler nicht kriegen.

Ausführlicher bei Netzpolitik.

Kostenlose P2P-Konkurrenz? Universal bietet Musik gegen Werbung

Schritte in die richtige Richtung soll man nicht schlechtreden, und wenn Universal mit Spiralfrog im Dezember einen kostenlosen Musikdownloaddienst starten will, dann ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Werbebasiert und natürlich voll mit DRM gibts dann einen „umfangreichen Katalog“ an Musik, dazu „kontextbasierte, unaufdringliche Werbung“.

Dass es im Internet kostenlose Konkurrenz zu den Onlineshops gibt, wird damit offiziell zur Kenntnis genommen, und das ist mehr als lobenswert. Nun ist die alte Kritik ja die, dass statt Kriminalisierung und immer mehr KLopierschutz ein besseres Angebot notwendig ist. Und nun, Werbung hat man bei P2P nicht mal unbedingt, und außerdem kann man die dort geladene Mucke auch überall abspielen. Was man bei Spiralfrog liest, hört sich nicht grade transportabel an, und Himmel, eure werbetechnische „Traumzielgruppe“ zwischen 13 und 34 ist die mit den mp3-Playern und den Rechnern, den Stereoanlagen und den Autoradios.

Dass die kostenlose Musik Werbung für die Künstler ist: sehr gut erkannt, das ist in der Tat richtig. Jetzt noch was günstiges, wo einem der runtergeladene Track hinterher auch wirklich gehört?

Aber in der Tat, eins nach dem anderen. Erste Schritte sollte man nicht schlechtreden, bloss weil der zweite noch nicht getan ist.

Don’t download this Song

Weird Al Yankovic hat einen ganz bezaubernden Aufruf gegen den Tauschbörsendownload eine Hymne der Generation Download ins Netz gestellt. Die man auf seiner Webseite als mp3 runterladen kann.

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