» 2006 » OktoberWIR HABEN BEZAHLT! - Für günstige, legale und DRM-freie Musik.

Oktober 2006


Digitalfreedom.org nimmt den Copyfight in den USA auf

In immer mehr Ländern und von immer größeren Organisationen wird die Technikfeindlichkeit der Medienkonzerne, ihre Kriminalisierungskampagnen und die zunehmende Beschneidung der Kundenrechte durch Gesetze und Kopierschutz bekämpft. Digitalfreedom.org wird unter anderem getragen von den Verbraucherschützern der Consumer Electronics Association und den Bürgerrechtlern der Electronic Frontier Foundation.

DIGITAL FREEOM - BILL OF SIGHTS AND SOUNDS „Die großen Labels und Studios haben einen massiven Angriff auf unsere technischen Freiheiten gestartet, weil sie befürchten, durch jene die Kontrolle über ihre alten Geschäftsmodelle zu verlieren. Sie versuchen dazu auch, über den Gesetzgeber die Nutzung neuer Techniken zu kontrollieren, wie sie es ebenso über den Weg teurer Prozesse tun.

Diese Attacken haben alle ein Ziel: neue Technologien und die Geräte zu kriminalisieren, die Menschen die Möglichkeit geben, digitale Musik und Videos zu der Zeit und an dem Ort zu genießen, wo sie es wünschen. Wenn die großen Labels und Medienkonzerne ihre Ziele durchsetzen, wird die Freiheit, Technik zu Innovation, Schaffung, Teilhabe, Prodduktion, Hören und Sehen zu nutzen, erheblich eingeschränkt, wenn nicht gar ganz zum Verschwinden gebracht.“

Das kann man so unterschreiben.

Payola nennt man…

…die Zusammensetzung aus den „Worten pay (engl.: bezahlen) und Victrola und steht für den Vorgang des „pay for play“ (engl.: „bezahlen für das Spielen“).“, so die Wikipedia.

Zwei Millionen Dollar Strafe im Vergleich zahlte nun CBS Radio – nachdem Universal 12 und Sony 10 Millionen wegen Bestechung von Radio-DJs überwiesen. Das Statement des Senders dazu:

„CBS Radio ist erfreut darüber, diese zweijährige Ermittlung ohne Verurteilung abschließen zu können … Das Unternehmen möchte dabei klarstellen, dass wir mit der Annahme dieser Beilegung keine Verantwortung einräumen und keinerlei Verstöße gegen geltendes Recht zugeben.“

Nein, falsch gemacht hat hier natürlich niemand etwas.

DRM: nahendes Ende eines Fehlschlags?

„Die Vorstellung, dass ein Track mit DRM geschützt und einer ohne ungeschützt ist, ist ein Trugschluss … Es ist völliger Unsinn. Musik wird niemals geschützt sein, und jeder, der einem das erzählt, ist unehrlich. Man kann das Tempo eingrenzen, aber die Leute, die Musik stehlen wollen, werden sie stehlen. So macht man es nur schwer für die Leute, die das Richtige tun wollen und ihre gekaufte Musik auf ihre Geräte und Dienste übertragen wollen.“

So Yahoo-Musikchef David Goldberg laut Reuters. Er steht nicht alleine da, ein Lerneffekt scheint endlich eingesetzt zu haben. Laut digitalmusicnews planen tatsächlich zwei der vier großen Labels einen mp3-Vertrieb über Insound. Insound-Chef Matt Wishnow geht davon aus, in einem halben Jahr einen mp3-Shop mit Musik von zwei Majors zu betreiben – den anderen bliebe seiner Ansicht nach nichts anderes übrig, als nachzuziehen.

„Zukunftsmusik“…

und wie man sie kaufen können soll: Das „Forschungsprojekt Zukunftsmusik“ ruft zur Teilnahme an der „Musik-Umfrage 2006“ auf und stellt Fragen zu Musikpreisen, Kopierschutz und zum Download/Kaufverhalten der Fans.

„Wie wird Musik in Zukunft gehört werden? Ersetzen Einzel-Downloads das Album und welche Tonträger-Formate werden überhaupt noch gekauft? Sterben Vinyl, CD, DVD und ihre Artverwandten irgendwann aus? Wie viel sollte Musik kosten, und macht ein Kopierschutz eigentlich wirklich Sinn?“

fragen die Forscher uns, die Kunden. Manchmal sollen die Musikanbieter ja für Kundenwünsche empfänglich sein, und wenn die in Form einer größeren Umfrage ermittelt werden, stoßen sie vielleicht auf ein offeneres Ohr. Die Teilnahme ist anonym.

Ein DRM, zu Enden alle DRM-Probleme…

Wen überraschts zu erfahren, dass sich Rhapsody von Microsofts PlaysForSure abwendet? MS selbst will das eigene System schon nicht auf dem Zune-Player ensetzen, sondern setzt auf Neuentwicklungen. „Verläßlichere“ Performance soll Rhapsodys DNA-System bringen, nachdem PlaysForSure geladene Tracks bisweilen auf „mysteriöse Weise“ –  wie es PC World nennt –  nicht abspielte.

Einen (!) kompatiblen Player gibts auch schon. Und das schöne: die DRM-„Weiterentwicklungen“ machen es deutlich, dass keine Rede von einer Vereinfachung, von besserer Übersichtlichkeit, von Kundenfreundlichkeit durch DRM sein kann. Im Gegenteil schießen die unterschiedlichsten Versionen ins Kraut und werden andere wieder abgesetzt. Vertrauen in die Technik macht das nicht. Von daher: Danke, Rhapsody.

Gehen Sie in das Gef

Das siebenundachzigste Stockwerk wird momentan im ersten Online-Knast Deutschlands bezogen. Bauherren: die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), das Online-Netzwerk Campact, die Kampagne fairsharing und das Netzwerk freies Wissen.
Wir haben privat kopiert Kampagne mit Online-Knast
„Wir haben privat kopiert“, so das Geständnis der über 1200 Insassen, die seit der Grundsteinlegung ihre jeweilige Zelle in der Vollzugsanstalt bezogen haben. Mit dem eigenen Bild kann jeder Teilnehmer der Kampagne seine Zellentür dekorieren und ergänzende Statements loswerden.

Die zentralen Forderungen der Kampagne: keine Kriminalisierung von Millionen Bürgerinnen und Bürgern per Urheberrecht. Notwendig für die angestrebte Entkriminalisierung:

  • Die Aufnahme einer Bagatellklausel wie sie im ursprünglichen Gesetzentwurf enthalten war. Der Download und das Kopieren digitaler Inhalte in geringem Umfang zu privaten Zwecken darf weder strafrechtlich noch zivilrechtlich verfolgt werden.
  • Unternehmen dürfen keinen freien Zugang zu den Daten der Internetprovider oder gar zu privaten Computern erhalten. Die Strafverfolgung muss weiter Aufgabe der Staatsanwaltschaft bleiben.
  • Die Unterhaltungsindustrie muss verpflichtet werden, die Erstellung von Privatkopien zu gewährleisten. Kopierschutzsysteme, die Sicherheits- und Datenschutzrisiken verursachen, müssen verboten werden.

Seine Zelle beziehen kann man hier.

Protestsongs, die nächste

Meine Bitte um Protest-Industrial wurde nicht erfüllt, die widerständige Mucke ist doch immer noch recht Rap/Hiphop-lastig. Die Messages lassen sich damit aber recht gut kicken, und an „Fuck the MPAA“ gibts wenig zu deuten, auch wenns an sich gegen die Filmindustrie geht. „I don’t trust trusted Computing“ und die nicht nur rhetorische Frage „You wanna lock down the web and throw away the key?“ hört man von den Futuristic Sex Robotz, die ihr komplettes Album frei ins Netz gestellt haben. Das Video zum Song gibts bei Youtube, da kann man den Text auch fein mitlesen, nur muss man dazu 18 sein. Bzw. bei YouTube angemeldet.