Musik ist viel zu teuer!

Wir müssen die Preise drastisch senken, nicht nur um 10 oder 20 Cent.
Michael Huchthausen, Vizepräsident des Gesamtverbands deutscher Musikfachgeschäfte

Seit Jahren klagt die Musikindustrie über sinkende Umsätze, kriminelle Kopierer und ausbleibende Kundschaft. Mit immer höheren Abgaben und immer schärferen Gesetzen geht sie gegen uns vor und wundert sich anschließend, dass die Kassen nicht klingeln. Es reicht jetzt!

Das muss sich ändern:

  • Online Musik muss billiger werden!

    Ein Album kostet online soviel wie eine CD im Laden, für das gleiche Geld kriegt man ein schlechteres Produkt. Keine Preissenkung, keine Käufer.
  • Digitale Musik muss überall laufen!

    Wir wollen, dass jeder Song aus jedem Shop in jedem Player und auf jedem Rechner läuft. Das notwendige Format existiert bereits und heißt mp3.
  • Kopierschutz muss abgeschafft werden!

    Beendet die Kundenkriminalisierung. Kopierer sind Käufer, Kopien sind Werbung.

News:

Nettwerk: 25 bis 49 Cent sind genug

Weitgehend auf wirhabenbezahlt.de – Linie ist der CEO des Labels Nettwerk, Terry McBride. Preise im Rahmen von 25 und 49 Cent pro Track forderte McBride auf der Bandwidth Music and Technology-Konferenz. In weniger als zwei Jahren könnte dann der Verbraucher der größte Musikhändler der Welt sein, der via Fileshariung und Micropayment Musik verteilt.

„Man sollte nie dem Nutzer vorschreiben, wie er Musik konsumiert. Sie sollte auf jedem Weg verfügbar sein, den er wünscht. Ich will nicht vorschreiben, wie unsere Musik gekauft werden darf.“

So McBride, der ein Stück weit vorlegt, was möglich wäre. Im Nettwerk-Shop sind viele Tracks noch für die apple-typischen 99 Cent ausgezeichnet, ein Gutteil der mp3s startet jedoch bereits bei Preisen von 49 Cent.

Nettwerk vertreibt unter anderem Avril Lavigne, die Barenaked Ladies, Dido, Sum 41 und Sarah McLachlan. Neben DRM-Abschaffung und einer vernünftigen Preispolitik setzt sich Nettwerk für die Entkriminalisierung von Tauschbörsen ein. Das Label übernimmt die Gerichtskosten eines in den USA angeklagten Filesharers.

Geständnis

Es war mir ja letztens schon extrem peinlich, eine kopiergeschützte Muse-CD gekauft zu haben, dass ich heute beim Tabakkaufen die Computerbild in die Hand nahm, fällt auch schwer zu beichten, aber da war ein Special zum „legal online gekaufte Musik kopieren“ drin, und das muss ich mir dann natürlich angucken. Ein mehrseitiges Special, die Tools und Methoden sind ja auch bekannt, und spätestens analog abgegriffen hats sich ja mit den diversen DRM-Geschichten. Dazu noch die „CD brennen, dann rippen“-Anleitungen, wie gesagt, kennt man alles schon.

Ein wenig ins Grübeln kommt man dann aber trotzdem. Sowas steht ja nicht nur in der Computerbild, das kann man ja auch in allen Ecken im Netz und in allen möglichen anderen Zeitschriften nachlesen. Da werden Hefte gedruckt, Onlinemagazine erstellt, die einen kriegen Geld fürs DRM-entwickeln und die anderen fürs Anleitungen schreiben, wie mans umgeht. Und am Ende kopiert wieder jeder, wie er mag.

Ist das vielleicht alles eine groß angelegte Aktion zum Sichern von Arbeitsplätzen?

In Geschäftsberichten

…preisen sich Unternehmen gewöhnlich. Auch bei schlechten Zahlen wird auf die sich sicher verbessernde Marktsituation hingewiesen, die Qualität der eigenen Produkte und der Verbesserungen, die zweifellos kommen.

Kaum jemand schreibt zu so einem Anlass „Wir sind schlecht, aber die anderen sind schuld und irgendwie verkaufen wir ganz ordentlich.“ Schon gar nicht, wenn die Zahlen ordentlich sind. Aber bisweilen schreibt die IFPI zumindest so was ähnliches. Im Musikmarkt gelten eben einfach andere Gesetze.

Rede und Gegenrede…

…denn einseitig unsere Sicht auf die Dinge müssen wir hier nicht verbreiten. Daher freut es mich auch, dass sich Martin Fust vom Musikgroßhandel MFP bei uns gemeldet hat und wir einen interessanten Mailwechsel sowie ein ebensolches Telefonat führen konnten. Ersteren dürfen wir mit freundlicher Genehmigung hier veröffentlichen.

Es gibt auch eine andere Sicht der Dinge, nämlich die von denen, die mit Musik Geld verdienen.
ITunes: Apple sagt selber, daß sie Downloads nur anbieten, um ihre Hardware (iPod) zu verkaufen. Bei dem Preis, den Apple für Downloads nimmt, verdient niemand mehr Geld.

Über Apple läßt sich in der Tat trefflich streiten. Ich denke, man tut ihnen gelegentlich etwas unrecht, Apple wäre die Shopgeschichte DRM-frei sicher lieber gewesen, und angesichts des leichten Umgehens kommt mir das ohnehin wie eine Alibiveranstaltung vor. Was dabei rumkommt – ich las auch schon die Statements von Künstlern und Indies, die die Ausschüttung Apples als vorbildlich empfanden, 70 Cent sinds, soweit ich weiss.
Generell sehe ich den Online-Musikverkauf aber auch nicht als den neuen Knüller, mit dem absinkende CD-Absätze komplett aufgefangen werden könnten, das möglicherweise aber aus anderen Gründen als Sie. Das Potential von Musik aus dem Netz sehe ich eher als Werbeplattform – für Tonträger, für andere Produkte, und wie am Telefon gesagt – einer Industrie, die das Produkt „Klingelton“ als Umsatzträger an den Markt bringen konnte, traue ich eigentlich auch zu, andere Absatzmärkte zu erschließen – die mit freier oder günstiger Musik im Netz populär gemacht werden.

Preise für Downloads: Auch bei dem legalen deutschen Anbieter Musicload verdient außer der Telekom (20 % vom Preis für Leitungskosten) niemand wirklich. Wenn wir als klassischer Großhandel 20% an CD’s verdienen dürften, wären wir jetzt steinreich. Die GEMA bekommt einiges, nicht zu vergessen die Künstler. Die Plattenfirmen verteidigen zwar diese Niedrigpreisstrategie, können bislang jedoch auch nicht nachweisen, wie daran verdient werden soll. Durch hohe Einstiegskosten ins Downloadgeschäft wird zudem sehr effektiv Konkurrenz verhindert, die ja bekanntermaßen das Geschäft belebt. Abgesehen davon kann man die Musicload-Dateien ausreichend legal auf CD brennen.

„Ausreichend legal“ ist hübsch formuliert :o) Dass bei den Musicloadpreisen niemand verdient, (mehr …)

Auf die Ohren…

…gibts morgen ein Interview mit wirhabenbezahlt.de, auf dem Ohrfunk, ab 19.05 in „UPDATE – Das Magazin“.
Eine Kurzzusammenfassung eines Kurzinterviews mit Ohrfunk gibts dagegen hier zu lesen: Ohrfunk wird „von Ohrenmenschen für Ohrenmenschen“ gemacht – viele der Macher wie auch der Hörer sind Sehbehinderte.

Was die Frage nahelegt, ob unsere Kampagne für diese Gruppe nochmals eine besondere Rolle spielt. Tut sie durchaus – und nicht nur, weil viele Menschen mit Sehschwächen gerne und viel Musik hören. Während der Besuch im CD-Laden mit entsprechend starker Sehbehinderung eine Angelegenheit ist, bei der man Hilfe braucht, so ist der Besuch im Onlineshop – barrierefreies Webdesign vorausgesetzt – problemlos alleine möglich. Weshalb attraktive Angebote im Web durchaus vonnöten sind und gerade für Menschen mit Sehschwächen ein gutes Stück Lebensqualität bedeuten.

Richard bei jetzt.de

Richard Joos kämpft für ein Recht auf Privatkopie

Er kämpft natürlich nicht alleine 😉 Das Interview, das Dirk von Gehlen mit ihm führte ist, informativ und stellt die Fragen, auf die unsere Kampagne die Antworten liefert. Interessant finde ich Dirk v. G.s Frage, wie politisch wir bzw. wir haben bezahlt! denn sind. Und da hat der Richard mal richtig schön geantwortet. *g*

Spring zum Interview

Eine Bitte nach mehr Piraterie

Leider englisch: eine Bitte nach leichterer Verbreitung von Werken, die per Copyright niemandem mehr zugänglich sind. Irgendwie scheinen die Filesharer mehr für das Bewahren des kulturellen Erbes der Menschheit zu tun als die Rechteinhaber.

Ach, Apple…

…es ist schon tragisch. Gerade gabs noch die Sondergesetzgebung in Frankreich für euer DRM zu feiern, und schon ist der Spass wieder verdorben. Denn dass der Verbraucherschutz in gleich drei Ländern ernsthaft in Erwägung zieht, euren Shop einfach verbieten zu lassen, nun, das sollte zu denken geben. Aber denkt dran: ihr sollt gar nicht kundenfreundlich werden, weil die Handels- und Copyrightgesetze in Schweden, Norwegen und Dänemark das so vorschreiben. Ihr sollt kundenfreundlich werden, weil das eure Kunden so wollen. Ach, und günstiger, natürlich.

Kaputt by Kopierschutz

Von den Un-CDs kennt mans ja: „Kopierschutz“ ist einfach ein Synonym für „fehlerbehaftet“ und „nicht standardkonform“. Im Videobereich plant CinemaNow grade neue Produkte, die die Welt nicht braucht: Download-DVDs, kopiergeschützt durch kaputte Daten. Absichtlich eingebaute Fehler im Digital Sum Value (DSV) sollen das Weiterkopieren von Download-DVDs zum Einmalbrennen verhindern. Das Ergebnis: Die überteuerten Download-DVDs laufen auf zahlreichen Playern nicht. Immerhin: ausser den DVDs selber ist auch der Kopierschutz kaputt: brennen kann man den kaputten Download, so oft man mag.

eMusic zeigt mal wieder, wie es geht

Still und leise hat der DRM-freie Anbieter eMusic.com den zweiten Platz hinter iTunes erklommen. Von 25 Cent an abwärts bewegen sich die Kosten pro mp3-Track, verkauft wird per Monatsabo. Mit 11% Marktanteil ist eMusic an Napster und Rhapsody vorbeigezogen. Verkauft werden nur Tracks von Indielabels: die Big Four setzen nach wie vor auf teure DRM-Tracks.
Sowas jetzt in taschengeldtauglich und mit dem vollen Programm?

« Vorherige SeiteNächste Seite »